Grundregeln
7.5 Gestalten von Bauteilen
7.5.1 Grundregeln
- Einfache Formen und fertigungsgerechte Vermassung anstreben
- Formen dem entsprechenden Formgebungsverfahren des Grünlings anpassen,
- Formgebung und Sintervorgang erleichtern,
- komplizierte Formen in mehrere einfache Module auflösen,
- überspezifizierte Oberflächen und unnötig enge Toleranzen vermeiden.
- Spannungsspitzen vermeiden
- Kerbspannungen minimieren,
- großflächig Kräfte einleiten,
- plötzliche Querschnittsveränderungen vermeiden,
- Ecken und scharfe Kanten vermeiden
- Zugspannungen minimieren
- beanspruchungsgerechte Querschnitte vorgeben,
- konstruktiv Zug- in Druckspannungen umwandeln,
- Druckvorspannungen einbeziehen,
- Krafteinleitung keramikgerecht gestalten.
- Materialanhäufungen vermeiden
- auf möglichst gleichmäßige Wanddicken achten,
- Knotenpunkte auflösen,
- Querschnittssprünge vermeiden,
- verdichtungsgerecht gestalten.
- Nachbearbeitung minimieren
- Formgebung des Grünlings und Grünbearbeitung mit nur geringen Bearbeitungszugaben für die Nachbearbeitung vorsehen,
- Grünbearbeitung der Endbearbeitung vorziehen,
- nur kleine und abgesetzte Bearbeitungsflächen zulassen,
- nur unbedingt notwendige Anforderungen stellen,
- bearbeitungsfreie Rundungen und Fasen definieren.
- Beachtung fertigungsspezifischer Besonderheiten
- Entformbarkeit erleichtern,
- Hinterschneidungen vermeiden,
- günstigste Formgebung für den Grünling auswählen,
- dünne Wandteile und Stege vermeiden,
- fertigungsgerechte Bauteilproportionen anstreben,
- eindeutige Auflage- und Einspannbedingungen für die Nachbearbeitung schaffen.
- Die Besonderheiten bei einzelnen Fertigungsschritten, wie
- Nass- und Trockenpressen,
- Strangpressen,
- Sintern und
- Glasieren beachten.