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24.07.2007

Neue Anwendungen für bewährte Steatitkeramik




Woran denkt der Laie, wenn er Keramik hört? Vermutlich an Porzellan. Und der Konstrukteur oder Entwickler? Eher an Hochleistungswerkstoffe wie Aluminiumoxid oder Zirkoniumoxid.

Doch auch zwischen diesen beiden Extremen gibt es einen keramischen Werkstoff. Kennern der Elektro- und Elektrowärmetechnik ist er bestens bekannt. Das Steatit. Schon im 19. Jahrhundert wurde dieser Werkstoff als Isolationsmaterial eingesetzt. Heute verwendet man hauptsächlich Hochfrequenzsteatit, häufig auch bezeichnet als Sonder- oder Bariumsteatit. In erster Linie ein Material mit ausgezeichneten elektrischen und dielektrischen Eigenschaften.

Aber das Steatit kann mehr. Die Frage ist, müssen es immer höchste Festigkeit und Temperaturbelastbarkeit sein. Liegt die Anwendungstemperatur nicht über 800°C, kann das Steatit auf jeden Fall mithalten. Seine Festigkeit liegt unter der von Al2O3 oder ZrO2, was jedoch in manchen Anwendungsfällen völlig ausreichend ist. Steatit bietet sogar eine Gewichtseinsparung gegenüber den oben erwähnten Oxidkeramiken. Sein spezifisches Gewicht liegt bei 2,7 g/cm³, während der Wert für Al2O3 bei 3,5 bis 3,9 g/cm³, und für ZrO2 immerhin bis zu 6,0 g/cm³ beträgt. Ein wesentlicher Vorteil, vielleicht sogar der wesentlichste, dürfte allerdings der vergleichsweise günstige Preis für Steatitkeramiken sein. Das Material muß nicht aus teueren synthetischen Rohstoffen hergestellt werden und besser verarbeitbar als die extrem harten, unplastischen Oxidkeramiken. Eine kleine Auswahl an Bauteilbeispielen zeigt das Bild. Von einfachen Achsen bis zu kompliziert geformten Preßteilen ist nahezu alles machbar. Daher sollte dieser keramische Werkstoff nicht völlig ins Hintertreffen geraten bei zukünftigen Entscheidungen über das zu wählende Material. Bei Sembach finden Sie erfahrene Werkstofftechniker und Konstrukteure, die mit ihrem fundierten Know-how zur Steatitkeramik gerne weiterhelfen.