Gehohnte Oberflächen

4.2.2.2 Gehonte Oberflächen

 

Charakteristisch für das Honen ist die Überlagerung einer Vielzahl kraftgebundener Ritzbewegungen von Schneidkörnern durch den Werkstoff und ein flächenhafter Werkzeugeingriff mit einer Hauptwirkrichtung parallel zur Werkstückoberfläche. Aufgrund der um etwa eine Größenordnung geringeren Schnittgeschwindigkeiten ist der thermische Einfluss beim Honen gegenüber dem Schleifen vergleichsweise gering. Infolgedessen zeigen gehonte keramische Oberflächen in der Regel keine Aufschmelzungen oder thermisch bedingten Risse. Es treten wie beim Schleifen duktile und spröde Werkstofftrennmechanismen nebeneinander auf. Welcher Mechanismus überwiegt, wird wesentlich von der Schneidkorneindringtiefe und der Schnittgeschwindigkeit bestimmt.

 

Oberflächenausbildung in Abhängigkeit von Schneidkorngröße D und Anpressdruck ps beim Honen von Aluminiumoxid
Bild 69: Oberflächenausbildung in Abhängigkeit von Schneidkorngröße D
und Anpressdruck ps beim Honen von Aluminiumoxid

 

Beim Honen wirken sich bei spröder Zerspanung höhere Schnittgeschwindigkeiten positiv auf das Zeitspanungsvolumen aus. Für die Oberflächengüte sind höhere Schnittgeschwindigkeiten jedoch aufgrund der stärkeren Rissinduzierung, die zu Ausbrüchen und Abplatzungen führen kann, von Nachteil.